Förderverein "Anhaltische Gemäldegalerie und Georgengarten" Dessau e.V.
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Donnerstag, 03. März 2005
Vortrag Februar 2005

Am 02.02.2005 hatte der Förderverein gemeinsam mit der Anhaltischen Gemäldegalerie zur ersten Vortragsveranstaltung im Jahr 2005 eingeladen. Frau Dr. Anna-Franziska von Schweinitz stellte ihr Buch „Fürst und Föderalist – Tagebücher einer Reise von Dessau in die Schweiz 1783“ vor. Sie zeigte eine Seite des Fürsten Franz, die bisher viel zu wenig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich war: Der Fürst als Diplomat und Föderalist. In dem Buch geht es um die diplomatischen Bemühungen des Fürsten zur Bildung eines Fürstenbundes. Gedacht war dieser Bund kleinerer Fürstentümer, wie Baden, Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen, Mainz, Württemberg und anderer als Gegengewicht zu den im „Ewigen Reichstag“ übermächtigen Habsburgern und Preußen. Vorbild für den angestrebten Fürstenbund war die Föderation der Schweizer Widgenossen. Ausgangspunkt der Betrachtungen der Autorin ist das Tagebuch des Grafen Franz Waldersee. Beschrieben wird eine Ferienreise der fürstlichen Familie im Jahr 1783 in die Schweiz. Die Reise ging nach Zürich zu Lavater. Besucht wurden historische Stätten in der Schweiz. Franz von Waldersee beschreibt akribisch alle Stationen der Reise. Es ist praktisch ein Rapport über den Reiseverlauf an den Fürsten. Dessen Aktivitäten innerhalb dieser Reise sind in einer Zusammenstellung seiner Aufenthalte über das ganze Jahr 1783 ersichtlich: Der Fürst blieb nicht immer bei der Familie in der Schweiz, sondern reiste an die Höfe der Verhandlungspartner um sich dort mit den zukünftigen Bündnispartnern über Inhalt und Gestaltung des Bündnisses auszutauschen. Die Autorin vergleicht das Tagebuch des Grafen Waldersee, die Aussagen aus dem Itinerar des Fürsten, den Aussagen des Tagebuches der Fürstin Louise und dem Tagebuch der jüngeren Bärbe Schulthess. Für ihr Buch hat die Autorin umfangreiche Archivstudien getrieben, da sich der Gesamtzusammenhang der diplomatischen Aktivitäten des Fürsten erst aus dem Schriftwechsel der beteiligten Fürsten ergibt. Eingeweiht in die Aktivitäten war auch der preußische Kronprinz, der spätere König Friedrich Wilhelm II..Tragisch nur, und so nicht geplant, daß der preußische König Friedrich II. die Aktivitäten an sich riß und 1785 den Fürstenbund zwischen Preußen, Sachsen und Hannover schloß. In einem ausgezeichneten Vortrag, ergänzt durch Lesungen aus ihrem Buch, fesselte die Autorin nicht nur ihre Zuhörer sonder gab zugleich ein farbiges Bild der Aktivitäten des Fürsten auf diplomatischem Gebiet. Lebhafter Beifall und viele Fragen an die Autorin zeigten das große Interesse der Zuhörer an dem Thema.(H.B., leicht gekürzt)
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